Zigarrenkunde Teil 8: Wie nimmt man einen Humidor in Betrieb?
Als Erstes müssen wir Sie enttäuschen. Es ist nichts Geheimnisvolles dabei, einen Humidor auf die notwendige Grundfeuchte zu bringen. Vergessen Sie alles, was Sie dazu bisher gehört oder gelesen haben.
- Kein direktes Anfeuchten: Die Innenwände des Humidors niemals direkt mit Wasser abwischen oder feucht auswischen, da sich sonst die Holzfasern aufstellen und das Holz beschädigt wird.
- Schalenmethode (Sättigung): Stattdessen eine mit destilliertem Wasser gefüllte Schüssel in den Humidor stellen und den geschlossenen Kasten mindestens eine Woche lang ruhen lassen, bis eine leichte Übersättigung erreicht ist.
- Feuchtigkeitsquelle: Ausschließlich destilliertes Wasser oder spezielle Befeuchterlösungen nutzen, um Kalkränder und Schimmel zu verhindern.
- Zielwerte: Erst wenn sich die relative Luftfeuchtigkeit nach der Sättigungsphase stabil im Bereich von 68 % bis 72 % eingependelt hat, dürfen Zigarren eingelegt werden.
- Kalibrierung: Das Hygrometer vor dem Erstgebrauch prüfen und eichen.
Humidor in Betrieb nehmen - entmystifiziert
Kein Essigwasser, kein feuchtes Auswischen mit sterilem Wasser - nichts! Schon wer sich nur ein wenig mit dem Werkstoff Holz auskennt, ahnt, dass man sonst anschließend das Innere seines Humidors neu schleifen sollte.
Die Inbetriebnahme eines Humidors erfordert das schonende Aufsättigen des Zedernholzes durch eine Wasserschale, ohne die Innenwände direkt feucht abzuwischen, um ein Aufrauen der Holzfasern zu verhindern.
Ein neuer Humidor benötigt eine Einwirkzeit von mindestens einer Woche mit einer Wasserschale im geschlossenen Zustand, bis sich die gewünschte Luftfeuchtigkeit von 68 % bis 72 % dauerhaft eingestellt hat.
Stellen Sie einfach eine Woche lang so viele Schüsseln oder Tassen mit Wasser in den Humidor, wie hineinpassen. Schließen Sie ihn und lassen Sie ihn bei normaler Raumtemperatur für mindestens 5 Tage unangetastet (ohne ihn zu öffnen) stehen. Die natürliche Verdunstung arbeitet in dieser Zeit für Sie. Natürlich können Sie auch steriles Wasser verwenden – es reicht aber auch ganz normales Leitungswasser. Sie müssen lediglich darauf achten, dass Sie kein Wasser im Humidor verschütten - dies gilt sowohl für destilliertes als auch für normales Wasser.
Nach ungefähr einer Woche kontrollieren Sie das Hygrometer. Ist eine relative Luftfeuchte um die 80% oder darüber erreicht, können Ihre Zigarren einziehen. Richtig, sonst wird von 65%-75% relativer Luftfeuchte als ideal gesprochen. Bei der Inbetriebnahme muss der Humidor jedoch übersättigt werden, damit das Holz des Humidors am Ende der Prozedur die "normalen" Zielwerte erreicht. Mehr gilt es nicht zu beachten.
Weiteres zum Thema Humidor, Jar und Befeuchtung finden Sie in unseren weiteren Blogbeiträgen aus dieser Serie:
Zigarrenkunde Teil 1: Zigarrenformate
Zigarrenkunde Teil 2: Die richtige Aufbewahrung Ihrer Zigarren
Zigarrenkunde Teil 3: Aging von Zigarren - Mythos oder Wahrheit?
Zigarrenkunde Teil 4: Warum brauchen Zigarren eine besondere Lagerung?
Zigarrenkunde Teil 5: Zigarrenkunde Teil 5: Wie raucht man eine Zigarre?
Zigarrenkunde Teil 6: So gelingt das Anschneiden einer Zigarre
Zigarrenkunde Teil 7: Zigarren für Einsteiger
Zigarrenkunde Teil 8: Wie nimmt man einen Humidor in Betrieb?
Zigarrenkunde Teil 9: Milde Zigarren
Zigarrenkunde Teil 10: Starke Zigarren: Ein Genuss für anspruchsvolle Aficionados
Zigarrenkunde Teil 11: Die 10 besten Zigarren unter 10 Euro
Zigarrenkunde Teil 12: Alles über Kubanische Zigarren
Zigarrenkunde Teil 13: Die teuersten Zigarren der Welt-Exklusive Genussmomente
Zigarrenkunde Teil 14: Die Kunst der Fermentierung von Zigarrentabak